Themengebiete

Prävention und Gesundheitsförderung
- Allgemein -

Der Unterschied zwischen beiden Begrifflichkeiten

Prävention und Gesundheitsförderung sind 2 Begrifflichkeiten mit unterschiedlichen Fragestellungen, aber 1 gemeinsamen Ziel: Der Gesunderhaltung des Menschen durch Motivation und Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Prävention = Was macht krank?; Gesundheitsförderung = Was hält gesund?

Während die Prävention auf die Reduzierung und Vermeidung von Risikofaktoren zur Entstehung von Krankheiten abzielt, beschäftigt sich die Gesundheitsförderung in erster Linie mit der Stärkung von Schutzfaktoren und der grundlegenden Verbesserung von gesundheitlichen Lebensbedingungen

Primärprävention

Im Gebiet der Prävention unterscheidet man 4 Ausprägungen:

  • Primärprävention
  • Sekundärprävention
  • Tertiärprävention
  • Quartärprävention

Während bei den 3 letztgenannten Präventionsarten bereits eine Erkrankung zu Grunde liegt, deren Behandlung sich je nach Stadium anders gestaltet, setzt die primäre Prävention vor dem Eintreten einer Krankheit an, um deren Entstehung von vornherein zu verhindern. Primärprävention richtet sich dabei sowohl an Risikogruppen als auch an Gesunde und Personen ohne Krankheitssymptome.

Prävention und Selbsthilfe im §20 SGB V

Auch der Gesetzgeber hat die Wichtigkeit von primärer Prävention erkannt, um die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit aller Bürger langfristig erhalten zu können. So findet sich in Paragraph 20 des fünften Sozialgesetzbuches die explizite Anweisung an die gesetzlichen Krankenkassen, Leistungen zur Primärprävention in deren Satzung vorzusehen. Dabei sollen "Leistungen zur Primärprävention [...] den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen erbringen".

In diesem Rahmen wurde der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) damit beauftragt, die dafür vorgesehenen Handlungsfelder und Leistungskriterien zu bestimmen. Dabei soll ein einheitlicher Rahmen über alle gesetzliche Krankenkassen hinweg geschaffen werden, um die gesetzten Ziele bedarfsgerecht und qualitätsorientiert erreichen zu können. Dieser Rahmen ist im Leitfaden Prävention niedergeschrieben.

Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes

Zwei verschiedene Ansätze

Zur Erreichung der in §20 SGB V gesteckten Ziele sind im Leitfaden Prävention des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen zwei grundlegende Ansätze beschrieben:

Individueller Ansatz = Zielt auf Einzelpersonen ab; Settingansatz = Betrifft übergreifende Lebenswelten

Präventive Gesundheitskurse, wie sie auf Evandu.de zu finden sind, sind dem individuellen Ansatz zuzurechnen.

Die Themengebiete im individuellen Ansatz

Der GKV-Spitzenverband unterscheidet im individuellen Ansatz folgende vier Themengebiete:

Die 4 allgemeinen Themengebiete des individuellen Ansatzes = Bewegung, Entspannung, Ernährung, Suchtmittelkonsum

Speziell in jungen Jahren werden viele Grundlagen für späteres gesundheitsbewusstes Verhalten erlernt. Daher gibt es immer mehr Gesundheitskurse für junge Familien mit dem Fokus auf die jüngsten Familienmitglieder und der Festigung gesundheitsförderlicher Kompetenzen auf Seiten der Eltern.

Unsere 5 Themengebiete des individuellen Ansatzes = Bewegung, Entspannung, Ernährung, Suchtmittelkonsum und Junge Familie

Ergänzend zu den vier im Leitfaden Prävention genannten Themengebieten für individuelle Gesundheitskurse, haben wir diese Kategorie zusätzlich mit aufgenommen, um jungen Familien eine gezieltere Differenzierung zu ermöglichen.

Nähere Details zu diesen fünf Themengebieten (u.a. die möglichen Kursarten) kannst du auf den jeweiligen Unterseiten nachlesen. Diese erreichst du bequem über die Navigation auf der linken Seite.

Qualität und Nachhaltigkeit von Gesundheitskursen

Allen Gesundheitskursen ist gemein, dass darin vermitteltes Wissen vor allem dann nachhaltige Wirkung zeigt, wenn die Teilnehmer die erworbenen gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen regelmäßig und dauerhaft in ihren Alltag integrieren. Eine Grundvoraussetzung dafür ist die richtige Qualifikation der Kursanbieter, welche durch ihre Kompetenz ein wesentliches Erfolgskriterium darstellen.

So müssen alle Kursanbieter, die von den Krankenkassen die entsprechende Genehmigung zur Durchführung von geförderten Gesundheitskursen erhalten haben, sowohl Grund- als auch Zusatzqualifikationen nachweisen, die durch ein stimmiges Konzept und unterstützende Unterlagen zum jeweiligen Gesundheitskurs abgerundet werden.

Jedem (präventivem) Gesundheitskurs liegen dabei konkret formulierte Ziele und ein wissenschaftlich fundierter Nachweis zu dessen Wirksamkeit zu Grunde.


Mehr Informationen finden sich im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverband und im 5. Sozialgesetzbuch.